Neuauflage erschienen: Handreichung Familienfreundliche Kommune 2020

Familienbewusstes Handeln ist ein aktuelles Querschnittsthema wie eh und je und unerlässlich für die Qualitätsentwicklung des Gemeinwesens.

Die rasante Dynamik gesellschaftlicher Entwicklungen in einer globalisierten und digitalisierten Welt stellen die Kommunen mit ihren Akteuren und Verantwortungsträger*innen insgesamt vor große Herausforderungen.

Die Arbeitsgruppe „Handreichung Familienfreundliche Kommune“ – bestehend aus Expert*innen der AG Netzwerk Familie BW, der FamilienForschung BW im Statistischen Landesamt, des Kommunalverbands für Jugend und Soziales BW hat die 2006, 2010 und 2014 erschienene Handreichung erneut in bewährter Weise fortgeschrieben. Die redaktionell komplett überarbeite und ergänzte Neuauflage finden Sie hier:

Gemischte Bilanz für das zweite Familienentlastungsgesetz

Das Bundesfinanzministerium hat am 3.7.2020 den Referententwurf für ein Zweites Familienentlastungsgesetz vorgelegt. Greifen soll die Kindergelderhöhung ab Januar 2021. Die Senkung des Einkommensteuertarifs erfolgt in zwei Schritten. Ab Januar 2021 werden für jedes Kind 15 EUR mehr Kindergeld ausgezahlt (§ 6 BKGG). Der Kinderfreibetrag wird ab dem VZ 2019 für jeden Elternteil von 2.586 auf 2.730 EUR erhöht (§ 32 Abs. Satz 1 EStG). Der Betreuungsfreibetrag steigt von 1.320 für jedem Elternteil auf 1.464 EUR. Verbände wie die eaf Bund ziehen jedoch eine eine gemischte Bilanz:
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Adoptionshilfegesetz scheitert

Das bereits vom Bundestag beschlossenen Adoptionshilfegesetz scheiterte am Veto der BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN mitregierten Bundesländern. Auch der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) hatte den Entwurf kritisiert. Die Stiefkindadoption wird allgemein als diskriminierend und langwierig beurteilt. Der Neuentwurf brachte hier keine Verbesserung. Zusätzlich verschäft die eingeführte Beratungspflicht die Diskriminierung lesbischer Eltern. Das Scheitern weist auf die ausstehende Reform des Abstammungsrechts, so Prof. Dr. Maria Wersig, Präsidentin des djb. Die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher, insbesondere lesbischer Paare verlangt nach zeitnahen Lösungsansätzen zugunsten der betroffenen Familien.

LAKA BW fordert das Landesparlament zu mehr Vielfalt auf, nicht nur bei der Geschlechterfrage

Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen Baden-Württemberg (LAKA BW) fordert das Landesparlament zu mehr Vielfalt auf, nicht nur bei der Geschlechterfrage Der 30.06.2020 ist ein wichtiger Tag in der Geschichte der Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen in Deutschland. Heute tritt in Brandenburg das erste deutsche Paritätsgesetz in Kraft. Es ist ein Gesetz, das dafür sorgen soll, dass mehr Frauen in den Parlamenten vertreten sind. Das Gesetz schreibt den Parteien vor, dass sie auf den Wahllisten Frauen und Männer im Wechsel nominieren sollen. Wenn sie das nicht tun, ist die Liste ungültig. Ähnliche Gesetze sind in anderen Bundesländern in Arbeit, auch für den Bundestag gibt es bereits Vorschläge dafür. Leider ist das baden-württembergische Landesparlament von allen Parlamenten Schlusslicht mit nur 25 Prozent Frauenanteil! „Für uns ist das Gesetz in doppelter Hinsicht wichtig“, sagt der Vorsitzende Dejan Perc, „wenn man nämlich bedenkt, dass wir bei einem Frauenanteil in unserer Bevölkerung von über 50 Prozent und einem Frauenwahlrecht seit 100 Jahren immer noch eine Unterrepräsentanz haben, dann möchte ich mir nicht ausmalen, wie lange wir brauchen werden, bis sich unsere gesellschaftliche Vielfalt in unserem Parlament widerspiegelt.“ Wir fordern die Parteien auf, jetzt für mehr Vielfalt in ihren eigenen Reihen zu sorgen und nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten Ausschau zu halten, nicht nur bei der Geschlechterfrage. Nächstes Jahr sind Landtags- und Bundestagswahlen. Stuttgart, 30.06.2020

Alltägliche Gewalt wird weltweit unterschätzt – auch in Deutschland

Gewalt gehört in allen Ländern der Erde und in allen gesellschaftlichen Gruppen für viele Kinder noch immer zum Alltag. Weltweit sind jedes Jahr eine Milliarde Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 17 Jahren von physischer, sexueller oder psychischer Gewalt betroffen – das ist jedes zweite Kind. Anlässlich des 20. Jahrestages der Verabschiedung des Rechts auf eine gewaltfreie Erziehung in Deutschland ruft UNICEF dazu auf den Schutz der Kinder vor Gewalt endlich umfassend zu verwirklichen – in Deutschland und weltweit.

Schockierende Verbrechen an Kindern, wie zuletzt in Münster oder Lügde, finden punktuell große Beachtung. Gleichzeitig bleiben die vielen alltäglichen Gewalterfahrungen, die Kinder in ihrem nahen Umfeld wie ihren Familien, in der Kita, in der Schule oder im Internet erleiden, weitgehend unsichtbar. Bis heute werden diese häufig stillschweigend akzeptiert, heruntergespielt oder sogar gerechtfertigt. Die betroffenen Mädchen und Jungen haben zu oft niemanden, dem sie sich anvertrauen können und werden häufig nicht ernst genommen. Weiterlesen im aktuellen FKP-Newsletter

Studie: Mehr psychische Probleme bei Kindern in der Corona-Krise

Hamburg (dpa) – Sie sind häufiger gereizt, niedergeschlagen oder können schlecht einschlafen: Die Corona-Krise hat die Lebensqualität und psychische Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland einer neuen Studie zufolge verschlechtert. Betroffen seien vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien, sagte die Leiterin der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Ulrike Ravens-Sieberer.

Freundschaften leiden unter mangelnden Kontakt: „Die meisten Kinder und Jugendlichen fühlen sich belastet, machen sich vermehrt Sorgen, achten weniger auf ihre Gesundheit und beklagen häufiger Streit in der Familie.“ Bei jedem zweiten Kind habe das Verhältnis zu seinen Freunden durch den mangelnden physischen Kontakt gelitten.

Die Copsy-Studie war laut UKE die erste bundesweite Studie ihrer Art. Die Wissenschaftler befragten in Zusammenarbeit mit infratest dimap zwischen 26. Mai und 10. Juni mehr als 1000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren per Online-Fragebogen zu ihrer aktuellen Situation. Auch mehr als 1500 Eltern von Kindern zwischen 7 und 17 Jahren nahmen teil. Um herauszufinden, wie sich die Werte verändert haben, verglichen sie die UKE-Forscher mit vor der Corona-Krise erhobenen Daten bundesweiter Studien. Stimmung in den Familien hat sich verschlechtert: Die Ergebnisse sollen Handlungsempfehlungen für die Prävention liefern. „Wir brauchen dringend Konzepte, wie wir die Familien in belasteten Phasen besser unterstützen können“,

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